BEETHOVENS MISSA SOLEMNIS
VERMARKTUNGS-STRATEGIEN
VERHANDLUNGEN ZUR SUBSKRIPTION
ZUSAMMENSTELLUNG DER
KORRESPONDENZ
ERSTER ABSCHNITT: JANUAR 1823



 



Musizierende Engel. Um 1510
Matthias Grünewald
vom Isenheimer Altar
(Colmar, Unterlinden-Museum)
 

Beethoven an Georg August von Griesinger

                                                                                   [Wien, 7. Januar 1823][1]

Euer Hochwohlgebohrn!

    Indem ich gesonnen bin, meine große schon seit einiger Zeit verfaßte Meße[2] nicht durch den Stich herauszugeben, sondern auf eine glaube ich für mich Ehrenvollere u. vieleicht ersprießlichere Art, bitte ich sie um ihren Rath, u. wenn es seyn kann, um ihrer Verwendung hiebey, meine Meynung ist selbe allen großen Höfen anzubiethen, sehr unerfahren in allem außer meiner Kunst, würden sie mich unendlich sich verbindlich machen, wenn sie meinem Bruder[3] dem überbringer dieses hierüber sich mittheilen wollten, ich wäre selbst gekommen, bin aber wieder etwas unpäßlich, von jeher gewohnt Sie als Theilnehmer an dem Fortgange der Kunst u. ihrer Jünger zu betrachten, bin ich überzeugt, daß sie nicht verschmähen werden, meinen Wünschen mit ihrer Theilnahme entgegen zu kommen.--

Euer Hochwohlgebohrn Hochachtungsvoll Ergebenster

                                                                                                       Beethoven

An Seine Hochwohlgeborn Hr. v. Griesinger

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1523, S. 3]

[Original: Bonn, Beethoven-Haus, Sammlung Bodmer; zu [1]: Datierung laut GA entsprechend Empfangsvermerk; zu [2]: verweist auf op. 123, zu [3]: verweist auf Johann van Beethoven; Einzelheiten S. 3 entnommen.]

Beethoven an Anton Felix Schindler

                                                                       [Wien, kurz vor dem 23. Januar 1823][1]

Sehr B[e]ster optimus optime!

    Ich sende ihnen hier den Kalender, wo das Papier stekt, sind alle hiesige Gesands.[chaften] angezeigt,[2] wenn sie nur kürzl.[ich] daraus ein Schema der Höfe ausziehen wollten, so könnte man die sache beschleunigen, übrigens bitte ich sie, sobald sich mein H.[err] Bruder einmischt, daß sie mitcooperieren, sonst möchten wir leid statt Freud erleben --

    Sehn sie doch einen Menschenfreund aufzutreiben, der mir auf eineBankactie leiht,[3] damit ich erstens den Edelmuth meiner einzigen Freunde in der Welt[4] nicht zu sehr prüfen müßte,[5] u. selbst durch den Aufenthalt dieses Geldes nicht in Noth gerathe, welches ich den schönen Anstalten u. Vorkehrung.[en] meines theur[en] H.[errn] Brud.[ers] zu verdanken habe. -- Es wäre hübsch, wenn sie diesen Nachmittag gegen halb 4 zu Maria Hilf[6] erscheinen, oder auch vormittags --

man muß gar nicht merken, daß man das Geld wünsche[7] --

Für H.[errn] v. Schindler

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1524, S. 3-4]

[Original:  Berlin, Staatsbibliothek; zu [1]: verweist darauf, dass Schindler am 23.1.1823 laut GA die Absicht äußerte, "heute noch" die Subskriptionseinladungen zur Missa solemnis "an alle deutschen Gesandschaften" zu schreiben; zu [2]: verweist darauf, dass Beethoven laut GA offenbar den Gemeinnützigen und erheiternden Haus-Kalender für das österr. Kaiserthum [...] auf das gemeine Jahr 1823 mitgeschickt hatte; zu [3]: verweist darauf, dass sich die Versuche, auf eine Bankaktie Geld zu leihen, wegen des plötzlichen Kursverfalls bis zum Februar 1823 hinzogen; zu [4]: verweist darauf, dass die Worte "einzigen" und "in der Welt" vermutlich von Schindler mit Bleistift und Tinte ausgestrichen wurden und dass dieser nach "in" vermutlich in versuchter Nachahmung von Beethovens Handschrift "B" [für: Brentano] einfügte; zu [5]: verweist darauf, dass Franz Bentano in Zusammenhang mit den Verhandlungen zum Verkauf der Missa solemnis an Nikolaus Simrock einen Vorschuß auf das zu erwartende Honorar gewährt hatte; zu [6]: verweist wohl auf das Kaffeehaus in der Vorstadt Mariahilf; zu [7]: verweist auf die Hinzufügung durch Schindler, darunter: "weil man es sehr benöthigt"; Einzelheiten S. 4 entnommen.]

Beethoven an die Gesandtschaft des Kurfürsten von Hessen

                                                                                          [Wien, 23. Januar 1823]

    Der Unterzeichnete hegt den Wunsch, sein neuestes Werk, welches er für das gelungenste seiner Geistesprodukte hält, dem Allerhöchsten Hofe von Cassel, einzusenden.

    Dasselbe ist eine große solenne Messe für 4Solo-Stimmen, mit Chören und vollständigen großen Orchester, in Partitur, welche auch als großes Oratorium gebraucht werden kann.

    Er bittet daher, die hohe Gesandtschaft Sr königlichen Hoheit des Churfürsten von Hessen-Cassel, möge geruhen, ihm die hierzu nöthige Erlaubniß Ihres Allerhöchsten Hofes gnädigst zu bewirken.

    Da die Abschrift der Partitur jedoch beträchtliche Kosten erfordert, so glaubt der Gefertigte es nicht zu hoch anzusetzen, wenn ein Honorar von 50 Dukaten in Gold dafür festgesetzt werde.

    Das erwähnte Werk wird übrigens vor der Hand nicht öffentlich im Stich ausgegeben werden.

Wien den 23. Jänner. 1823.

                                                                                            Ludwig van Beethoven.

An Die hochlöbl. churfürstlich-hessische Gesandschaft in Wien.

[Quelle:  Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1525, S. 5-6]

[Original:  Berlin, Staatsbibliothek] 

Beethoven an die Gesandtschaft des Großherzogs von Baden

                                                                                         [Wien, 23. Januar 1823][1]

[Laut GA ist der Text bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:

"Der Unterzeichnete hegt..., dem Allerhöchsten Hofe von Baden, einzusenden.

...

    Er bittet daher, die hohe Gesandtschaft Sr königlichen Hoheit des Großherzogs von Baden, möge geruhen...

An Die hochlöbl. grossherzoglich Badische Gesandschaft in Wien"]

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1526, S. 6 - 7]

[Original: nicht bekannt, erschlossen aus Schindlers Notiz in Beethovens Kalender für das Jahr 1823; Berlin, Staatsbibliothek; zu [1]: verweist darauf, dass aus den Gesprächsnotizen in dem damals benutzten Konversationsheft hervorgeht, dass Beethoven den großherzoglich-badischen Gesandten, Freiherrn Friedrich Karl von Tettenborn am 21.1.1823 um 10 Uhr zusammen mit Schindler in der Angelegenheit des vorliegenden Schreibens aufgesucht hat; Angabe S. 7 entnommen.]

Beethoven an die Gesandtschaft des Königs von Bayern

                                                                                            [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:

"Der Unterzeichnete hegt ..., dem Allerhöchsten Hofe von München, einzusenden.

...

    Er bittet daher, die hohe Gesandschaft Sr Majestät des Königs von Bayern, möge geruhen...

An Die hohe königlich bayerische Gesandschaft in Wien"]

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1527, S. 7]

[Original: nicht bekannt, erschlossen aus Schindlers Notiz in beethovens Kalender für das Jahr 1823, Berlin, Staatsbibliothek, Angabe S. 7 entnommen.]

Beethoven an die Gesandtschaft der Großherzöge von Mecklenburg

                                                                                            [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf die Namen der Adressaten wie Brief 1525. Laut GA wurden sowohl der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin als auch der von Mecklenburg-Neustrelitz erwähnt.]

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1528, S. 7 - 8]

[Original: nicht bekannt, erschlossen aus einer Erwähnung in BKh 2, S. 319; Angabe S. 8 entnommen.] 

Beethoven an die Gesandtschaft des Königs von Preußen

                                                                                          [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:]

Der Unterzeichnete hegt [...,] dem Allerhöchsten Hofe von Berlin, einzusenden.

[...]

   Er bittet daher, die hohe Gesandschaft Sr Majestät des Königs von Preussen, möge geruhen [...]

Wien den 23. Jänner 1823.

                                                                                   Ludwig van Beethoven.

An Die hohe königlich preussische Gesandschaft in Wien.

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1529, S. 8]

[Original: ehemals Dr. Roderick Terry, Newport, Rhode Island, USA; Angabe S. 8 entnommen.]

Beethoven an die Gesandtschaft des Königs von Sachsen

                                                                                          [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:

    "Der Unterzeichnete hegt ..., dem Allerhöchsten Hofe von Dresden, einzusenden.

...

    Er bittet daher, die hohe Gesandschaft Sr Majestät des Königs von Sachsen, möge geruhen...

An Die hohe königlich sächsische Gesandschaft in Wien"]

[Quelle:  Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1530, S. 8 - 9]

[Original: nicht bekannt, erschlossen aus Schindlers Notiz in Beethovens Kalender für das Jahr 1823; Berlin, Staatsbibliothek; Angaben S. 9 entnommen.]

Beethoven an die Gesandtschaft des Großherzogs von Sachsen-Weimar

                                                                                              [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:]

    Der Unterzeichnete hegt ..., dem Allerhöchsten Hofe von Weimar, einzusenden.

[...]

    Er bittet daher, die hohe Gesandschaft Sr Königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen-Weimar, möge geruhen [...]

Wien den 23. Jänner. 1823.

                                                                                        Ludwig van Beethoven.

An Die hochlöbl. grossherzoglich Sachsen-Weimar'sche Gesandschaft in Wien.

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1531, S. 9]

[Original: bonn, Beethoven-Haus; laut GA auf der 1. Seite links unten Schindlers Vermerke:  1. "Dieses Schreiben ist nicht abgeschickt worden, weil es sich gezeigt hat, daß bei den kleinen Höfen nichts zu erreichen ist, und Goethe nicht geantwortet hat.

                                                                                            A. Schindler.

2.  "Herrn General-Musidirektor Franz Lachner in München für die von ihm im 1ten Odeon's-Concerte 1853 veranlaßte Aufführung dieser Missa zum Angedenken verehrt von seinem alten Freunde

                                                                                            Anton Schindler."

Beethoven an die Gesandtschaft des Königs von Württemberg

                                                                                         [Wien, 23. Januar 1823]

[Text laut GA bis auf den Namen des Adressaten wie Brief 1525:

   "Der Unterzeichnete hegt ..., dem Allerhöchsten Hofe von Stuttgart, einzusenden.

...

    Er bittet daher, die hohe Gesandschaft Sr Majestät des Königs von Württemberg, möge geruhen ...

An Die hohe königlich württembergische Gesandschaft in Wien"]

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1532, S. 10]

[Original:  nicht bekannt, erschlossen aus Schindlers Notiz in Beethovens Kalender für das Jahr 1823; Berlin, Staatsbibliothek; Angaben S. 10 entnommen.]

Der bayerische Gesandte in Wien, Freiherr Johann Gottlieb Eduard von Stainlein, an König Maximilian Joseph von Bayern in München

Allerdurchlauchtigster Großmächtigster König,
Allergnädigster König und Herr!

                                                                                    Wien den 25. Jänner 1823.

Ein musikalisches Werk von Beethoven betr.

    Der berühmte Compositeur   B e e t h o v e n  hat mich ersucht, bei Euerer Königlichen Majestät allerunterthänigst anzufragen, ob es ihm huldreichst gestattet werde, sein neuestes Werk, das er für das gelungenste seiner Geistesprodukte hält, Allerhöchstdenselben zu überreichen.

    Dieses Werk ist eine große solenne Messe für 4 Solo Stimmen, mit Chören und vollständigem Orchester, in Partitur.  Da die Abschrift der  P a r t i t u r  beträchtliche Kosten erfordert, so glaubt er dafür ein Honorar von 50 Dukaten festsetzen zu dürfen.

    Das erwähnte Werk selbst soll vor der Hand nicht in Stich ausgegeben werden.

    Indem ich um allergnädigste Resolutions Abgabe bitte, verharre ich in tiefster Ehrfurcht

Euerer Königlichen Majestät allerunterthänigster treu gehorsamster

                                                                                                           Stainlein

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1536, S. 12-13]

[Original: laut GA ehemals im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München, jedoch heute nicht auffindbar und Text nach Adolf Sandberger, Beiträge zur Beethoven-Forschung, in: AfMw 2 [1920], S. 397; laut GA überstellte das bayerische Außenministerum das Schreiben am 6.2.1823 dem Finanzministerium, und dieses leitete es am 8.2.1823 "zur förderlichen Berichts-Erstattung" an die Hofmusikintendanz weiter; laut GA lautete der Bericht der Hofmusikintendanz, nach Sandberger a.a.O., s. 259 f., wie folgt:

"Allerdurchlauchtigster Großmächigster König.
Allergnädigster König und Herr!

Die königliche Hofkapelle besitzt gegenwärtig so viele von den berühmten Meistern im Kirchenstyle komponierte Werke, daß selbst diese wegen ihrer großen Manigfaltigkeit nur theilweise zur Aufführung gebracht werden können.  Aus dieser Ursache und in Erwägung des geforderten hohen Honorars von 50 Dukaten für die Partitur des neuesten musikalischen Werkes von   B e e t h o v e n, kann die k. Hofmusik-Intendanz aus ihrem Regie-Fonde eine solche Ausgabe, die mit Hinzurechnung der auf die Herausschreibung der Stimmen sich ergebenden Kosten eine Summe von nicht weniger als fünfhundert Gulden in Anpsruch nehmen dürfte, unmöglich bestreiten.  Sie kann daher nur den Zeitpunkt abwarten, wo jenes Werk durch seinen genialen Verasser selbst in den Stich gelegt und sohin der Publicität übergeben werden wird.  In diesem seiner Zeit eintretenden Falle hofft dann die königl. Hofmusik-Intendanz sich in den Stand gesetzt zu sehen, durhc den Ankauf eines Exemplars jener Messe die gegenwärtig schon vorhandenen Schätze klassicher Kirchenmusik mit einem neuen Meisterweke abermals zu vermehren.
Indem sich die k. Hofmusik-Intendanz durch diese pflichtmäßige Berichterstattung des mit gnädigstem Minsiterial-Signate vom 8ten laufenden Monats empfangenen Auftrages gehorsamst entledigt, remittiert sie in der Nebenfolge die beiden ihr mitgetheilten Aktenstücke und erstirbt in allertiefster Ehrfurcht
eurer Königlichen Majestät allerunterthänigst treu gehorsamster
                                                                                                               Fhr. von Rumling.

München den 14tne Februar 1823."

Laut GA sandte das Außenminsiterum am 25. Februar 1823 einen abschlägigen Bescheid an die Gesandtschaft in Wien (München, Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Bayerische Gesandtschaft Wien 2208]:

"Staats Ministerium des Königl. Hauses und des Aeußern.
Auf Seiner Majestt des Königs allerhöchsten Befehl


Nach der Aeußerung der Hofmusik-Intendanz, besitzt die königl.e Hofkapelle bereits so viele von den berühmtesten Meistern im Kirchenstyle componierte Werke, daß selbe ihrer großen Mannigfaltigkeit wegen nur theilweise zur Aufführung gebracht werden können, daher auch auf Anschaffung der neuesten solenen Messe des berühmten Tonsetzers Beethoven dermal keinen Antrag gemacht hat; welches dem Gesandten v. Stainlein auf seinen in diesem Betreff am 25t Januar erstatteten bEricht eröffnet wird.
München am 25t Februar 1823.
                                                                                          Gr[af] v Rechberg

Durch den Minister der General-Sekretär.

                                                                                          vBaumüller

An den kglen Gesandten Freyh v. Stainlein in Wien

Dessen Bericht, ein musikalisches Werk v. Beethoven betr."

Laut GA erfuhr Beethoven die Nachricht durch Schindler am 20. März 1823, siehe auch BKh 3, S. 125; alle Angaben [als Münchnerin s e h r  beschämt]  S. 13 entnommen.]

Der württembergische außerordentliche Gesandte in Wien, Freiherr Friedrich August Gremp von Freudenstein, an den königlich württembergischen Staatssekretär, Freiherrn von Vellnagel in Stuttgart

                                                                                       [Wien, 25. Januar 1823]

Euer Exzellenz

    habe ich aus Veranlassung einer mir schriftlich zugekommenen Eingabe des Compositeurs Ludwig von Beethoven, worinn derselbe den Wunsch äussert, Seiner Königlichen Majestät sein neuestes musikalisches Werk, das er für das Gelungenste seiner Geistes Producte hält, allerunterthänigst vorlegen zu dürfen, um Einholung und gefällige Mittheilung der betreffenden allerhöchsten Verhaltungs-Befehle zu bitten die Ehre.

    Nach der Bemerkung des Verfassers erfordert die Abschrift der Partitur dieses Werks -- eine große solenne Messe für 4. Solo Stimmen mit Chören und vollständigem großen Orchester -- beträchtliche Kosten, und er glaubt es daher nicht zu hoch anzusetzen, wenn er ein Honorar von 50. Ducaten in Gold dafür verlange.

    Mich damit p.p. Wien den 25ten Januar 1823.

                                                                                                     Gremp

An Seine, des Königl. Herrn Staats-Sekretärs Freyherrn von Vellnagel, Excellenz p.

[Quelle: Ludwig van Beethoven Briefwechsel Gesamtausgabe, Band 5, Brief Nr. 1537, S. 14-15]

[Original:  Stuttgart, Hauptstaatsarchiv; laut GA erhielt Beethoven auch hier eine abschlägige Antwort, die ihm etwa Mitte Februar 1823 mitgeteilt worden sein wird; Angaben S. 14-15 entnommen.]



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