BEETHOVENS MISSA SOLEMNIS



 



Musizierende Engel (um 1510)
Matthias Grünewald
vom Isenheimer Altar
(Colmar, Unterlinden-Museum)



 ICH BIN, WAS DA IST.

ICH BIN ALLES, WAS IST, WAS WAR UND WAS SEIN WIRD:
KEIN STERBLICHER MENSCH HAT MEINEN SCHLEIER AUFGEHOBEN.

ER IST EINZIG UND VON IHM SELBST, UND DIESEM
EINZIGEN SIND ALLE DINGE IHR DASEIN SCHULDIG.

Wie Thayer [S. 481] berichtet, hielt Beethoven diese Sprüche auf seinem Schreibtisch unter Glas aufbewahrt und kannte sie aller Wahrscheinlichkeit nach aus Schillers Essay DIE SENDUNG MOSES [siehe unser volles Zitat aus diesem Werk in unserer Unterabteilung zu Nietzsche und Beethoven].

Während wir selbstverständlich nicht nachvollziehen können, welche genaue Bedeutung diese altägyptischen Tempelinschriften für Beethoven hatten, ist es für uns doch nachvollziehbar, dass sie ihm sehr viel bedeutet haben müssen.  Wir können uns vielleicht auch vorstellen, dass Beethoven wohl kaum in der Lage gewesen wäre, ihre Bedeutung für ihn in Worte zu fassen oder diese Worte gar zu Papier zu bringen!

Wo finden wir aber Beethovens wahren Ausdruck seiner persönlichen Beziehung zum Religiösen und Geistigen?  Diese Antwort dürfte uns nicht allzu schwer fallen:  In seinen Werken geistlicher Musik, und zwar in einer seiner eigenen Entwicklung entsprechenden steigenden geistigen Intensität, vom Oratorium Christus am Ölberg über die Gellert-Lieder zur C-Dur Messe des Jahres 1807 bis zur Missa solemnis der Jahre 1818-1823, wobei sich selbstverständlich die Musikwissenschaftler nicht immer ganz einig sein können, welche seiner geistlichen Frühwerke als ernstere Schritte in dieser Entwicklung zu erachten sind.  

Unsere Entdeckungsreise in die schöpferische Welt seines wichtigsten geistlichen Werks führt uns daher auch an vielen diese Entwicklung reflektierenden Stationen vorbei, wie Ihnen auch unser folgender Überblick der Links zu unseren einzelnen Unterseiten zeigt.  

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Im Kurzen Blick auf die Geschichte der Kirchenmusik bis Beethoven versuchen wir, die ersten Spuren der Anwendung von Musik in der christlichen Liturgie aufzugreifen und diese durch die verschiedenen Zeitalter bis zu Beethoven hin zu verfolgen, um uns dann in unserem Blick auf Beethovens Entwicklung in Richtung der Missa Solemnis zum Einen mit Beethovens geistiger Entwicklung im Hinblick auf geistliche Musik und zum anderen mit seinen geistlichen Werken vor der Missa solemnis zu befassen.  Diese Vorarbeiten sollen uns dabei helfen, Beethovens erste Schritte in Bezug auf sein wichtigstes geistliches Werk besser zu verstehen.

EIN KURZER BLICK AUF DIE GESCHICHTE DER KIRCHENMUSIK BIS BEETHOVEN

BEETHOVENS KÜNSTLERISCHE UND GEISTIGE ENTWICKLUNG IM HINBLICK
AUF SEINE SPÄTERE KOMPOSITION DER MISSA SOLEMNIS

(Mit einem kurzen Blick auf seine frühen geistlichen Werke:
Die Gellert-Lieder, "Christus am Ölberg" und die C-Dur-Messe)

ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Innerer Antrieb
(Loslösung)

Äußerer Anlass
(Erzherzog Rudolph)

  Entwicklung der Komposition von den ersten Skizzen bis zur fertigen Partitur

VERMARKTUNGS-STRATEGIEN

Verhandlungen mit Verlegern

Korrespondenz zur Subskription

 AUFFÜHRUNGGESCHICHTE ZU BEETHOVENS LEBZEITEN

Unvollständige Wiener Erstaufführungen

Urauffuehrung in St. Petersburg

TATSÄCHLICHE VERÖFFENTLICHUNG UND WIDMUNG

Widmung an Erzherzog Rudolph
(Zusammenfassung)

Verhandlungen mit Schott, Mainz, und Veroeffentlichung - Zusammenfassung

 ZUR MUSIK

Musikalischer Inhalt

Musikkritik der Gegenwart

 VERMISCHTES

Quellenangaben

Links zum Thema

SCHLUSS

Nach den verschiedenen, in unserer Seite zur Musikkritik der Gegenwart ausgedrückten Meinungen zur Missa solemnis und nach Ihrer Möglichkeit, dieses Thema anhand der von uns zur Verfügung gestellten Links weiter zu verfolgen, erlaubt sich diese Websiteautorin einige persönlichere Anmerkungen. 

In seinem Bericht von einer späten Freundschaft.  In memoriam Karl Barth (enthalten in:  Späte Freundschaft Carl Zuckmayer Karl Barth in Briefen, Zürich: 1991. Theologischer Verlag, S.85) schreibt Zuckmayer unter anderem über die Zweifel des Mozart-Freundes Barth über Beethoven:  "Am schlechtesten kam Beethoven weg . . . Auch die Missa Solemnis schien ihm nicht aus einem befreiten Herzen zu kommen, sondern aus einem geplagten Hirn."  Dies stimmt meiner Meinung nach wieder mit Solomons Zitat Paul Henry Langs überein, der schrieb, dass denjenigen Christen, dessen oberstes Gesetz der Gehorsam sei, Beethovens Einstellung abstoße, da er sich nicht ohne vorherige Zweifel beuge und da bei ihm Glaube nur durch ein faustisches Ringen mit der Versuchung erreicht werde.

Dies erinnert uns meiner Meinung nach sehr daran, dass sowohl dieses große Werk, in all seiner Erhabenheit, von einem Menschen geschaffen wurde und wiederum nur von Menschen beurteilt werden kann, die unweigerlich zu verschiedenen Urteilen kommen werden. 

Als Münchnerin und Freundin des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks gefällt mir persönlich das Urteil von Sir Colin Davis am besten, das er in seinem persönlichen Verhalten bei der Orchesterprobe zu seinem "Einstandskonzert" mit diesem Orchester zeigte und zu dem wir Ihnen auf unserer Linkseite die Möglichkeit des Hineinlauschens in eine Hörprobe auf der Website dieses Orchesters boten.  Dem kann ich bescheidener Weise nichts Besseres hinzufügen.